Neue Kennzeichnungsvorschriften für Bioethanol

Verhindern irreführender Angaben

Bei flüssigem Bioethanol für Kamine sieht man häufig Angaben wie „99 % reines Bioethanol“ oder sogar „100 % reines Bioethanol“. Das klingt attraktiv, ist technisch jedoch nicht korrekt. In Wirklichkeit besteht Bioethanol niemals ausschließlich aus reinem Ethanol. 

Was bedeutet also der Begriff „Reinheit“ und worauf sollte man bei der Wahl des Brennstoffs für einen Bioethanol-Kamin achten?

Ethanol enthält immer Wasser

Selbst nach der Destillation enthält Ethanol immer eine kleine Menge Wasser. Der Grund dafür ist, dass Ethanol und Wasser ein sogenanntes azeotropes Gemisch bilden. Dadurch kann Ethanol durch normale Destillation nicht unbegrenzt weiter gereinigt werden.

In der Praxis enthält Brennethanol in der Regel etwa 96% bis 97% Ethanol und 3% bis 4% Wasser.

Um einen noch höheren Ethanolgehalt zu erreichen, sind zusätzliche industrielle Reinigungsschritte erforderlich. Dennoch bleibt fast immer eine minimale Menge Wasser vorhanden.

Daher ist eine Angabe von „100 % Ethanol“ chemisch gesehen nicht möglich.

Bioethanol enthält außerdem einen Zusatzstoff

Da Ethanol auch als Trinkalkohol verwendet werden kann, würde es ohne zusätzliche Maßnahmen unter die Alkoholsteuer für alkoholische Getränke fallen. Um dies zu verhindern, wird Brennethanol denaturiert.

Denaturierung bedeutet, dass kleine Mengen von Stoffen zugesetzt werden, die Ethanol für den menschlichen Verzehr ungeeignet machen.

Häufig verwendete Denaturierungsmittel sind beispielsweise Isopropanol oder MEK (Methyl-Ethyl-Keton). Durch diese Zusätze kann Bioethanol frei als Brennstoff verkauft werden, ohne der Alkoholsteuer für Getränke zu unterliegen.

Was bedeutet dann „99 % oder 100 % reines Bioethanol“?

Wenn Hersteller von 99 % oder 100 % reinem Bioethanol sprechen, meinen sie in der Regel, dass das Produkt keine weiteren Zusatzstoffe außer den Denaturierungsmitteln enthält.

Tatsächlich besteht Bioethanol aus einer Kombination von Ethanol + einer kleinen Menge Wasser + Denaturierungsmitteln.

Die Unterschiede zwischen Marken liegen vor allem in der Qualität der Destillation und der Reinheit der Rohstoffe. Für Verbraucher ist es daher wichtig, dass die korrekten Informationen auf dem Etikett angegeben sind.

Angaben wie „99 % oder 100 % reines Bioethanol“ auf einer Flasche Bioethanol sind daher nicht zulässig, da sie als irreführend gelten.

Xaralyn CL100 Bioethanol wird aus vollständig organischen und erneuerbaren Rohstoffen hergestellt. Um den gesetzlichen Anforderungen der Alkoholsteuer zu entsprechen, wird 1 % Isopropanol zugesetzt.

Warum Angaben auf Bioethanol-Flaschen strenger werden

Wer Bioethanol für Kamine kauft, sieht auf Flaschen häufig Begriffe wie „eco“, „100 % rein“ oder „Premium-Qualität“. Hersteller dürfen solche Angaben jedoch nicht beliebig verwenden. Innerhalb der Europäischen Union gelten klare Vorschriften für die Produktkennzeichnung, auch für Bioethanol.

Diese Regeln sollen Verbrauchern korrekte Informationen, mehr Sicherheit und Transparenz bieten.

Bioethanol unterliegt chemischen Vorschriften

Brennstoff für Bioethanol-Kamine fällt nicht unter Lebensmittel- oder Getränkegesetze, sondern unter chemische Vorschriften. Die wichtigste europäische Regelung ist die CLP-Verordnung (Classification, Labelling and Packaging).

Diese Verordnung schreibt unter anderem vor, dass Stoffe wie Ethanol korrekt mit ihrem chemischen Namen oder ihrer Zusammensetzung bezeichnet werden müssen.

Irreführende Marketingaussagen sind nicht erlaubt

Neben Sicherheitsanforderungen befasst sich die Gesetzgebung auch mit irreführenden Produktangaben..

Hersteller dürfen beispielsweise nicht:

  • unklare oder übertriebene Aussagen verwenden
  •  Begriffe nutzen, die nicht überprüfbar oder eindeutig definiert sind

Bei Bioethanol bedeutet dies, dass Begriffe wie „100 % rein“, „vollständig biologisch“ oder „ökologischer Brennstoff ohne Emissionen“ ein falsches Bild vermitteln können und daher als irreführend gelten.

Die Verwendung des Begriffs „Bio“

Auch die Verwendung des Wortes „Bio“ ist sensibel. In Europa ist der Begriff „Bio“ oder „biologisch“ im Lebensmittelbereich stark geschützt.

Für Brennstoffe darf der Begriff nur verwendet werden, wenn:

  • das Produkt tatsächlich aus Biomasse oder erneuerbaren Rohstoffen hergestellt wird
  • der Begriff nicht suggeriert, dass das Produkt umweltneutral oder völlig ungefährlich ist

Deshalb verwenden einige Hersteller heute Begriffe wie „Bioethanol-Brennstoff“ oder „Ethanol-Brennstoff für Kamine“ anstelle des alleinstehenden Wortes „Bio“.

Lesbarkeit und Klarheit von Etiketten

Neue Richtlinien stellen auch Anforderungen an die Lesbarkeit von Etiketten.

Wichtige Informationen müssen:

  • gut sichtbar sein
  • in ausreichend großer Schrift erscheinen
  • dürfen nicht durch Marketingtexte verdeckt werden

Warum diese Regeln wichtig sind

Strengere Kennzeichnungsvorschriften sind nicht nur Bürokratie. Sie helfen Verbrauchern dabei, Produkte besser zu vergleichen und irreführendes Marketing zu erkennen.

Fazit

Die Kennzeichnung von Bioethanol verändert sich aufgrund strengerer europäischer Vorschriften zum Verbraucherschutz. Hersteller müssen klare Informationen geben und dürfen keine irreführenden Aussagen verwenden.

Übertriebene Marketingaussagen auf Bioethanol-Flaschen sind daher nicht mehr zulässig.

Für Verbraucher ist das letztlich positiv: Es sorgt für mehr Transparenz und ehrlichere Informationen über Bioethanol als Brennstoff.

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